Geschichte


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Krakau/Auschwitz


Besuch der Klasse 6/1 im Salinemuseum

Unser Ausflug begann am letzten Schultag vor den Winterferien pünktlich um 9 Uhr. Zuvor hatte Herr Köhler uns über die Stadt Halle und ihre Entstehung informiert.
Als wir endlich nach einem langen Fußmarsch an der Saline ankamen, wurden wir von einem Halloren in Empfang genommen. Nach einer Begrüßung zeigte er uns an einem Stadtmodell unserer Stadt, wie es früher in Halle ausgesehen hatte.
Als nächstes erzählte er uns die Sage über die Entdeckung des Salzes in unserem Gebiet. Es handelte sich um ein Schwein, das sich in einer Solepfütze wälzte. Nachdem die Sonne die Flüssigkeit austrocknete, bildeten sich auf den Schweinsborsten glitzernde Salzkristalle. Der Hirte stellte verwundert fest, dass es Salz war...
Danach erklärte uns der Hallore, woher das Salz kam. Ungefähr 500 Meter unter uns lag vor sehr langer Zeit ein Urmeer. Durch das Grundwasser wurde dessen Salz an die Oberfläche gedrückt.

     

Außerdem erfuhren wir, dass Otto I im Jahr 961 die Schenkensurkunde an Halle überreichte und ganz Halle samt Salz dem Erzbischof von Magdeburg gehörte. Salzgewinnung brachte der Stadt Halle großen Ruhm und große Einnahmen. Auf dem Hallmarkt standen 120 Siedhütten, in welchen in großen eisernen Siedepfannen die Sole zu Salz gesiedet wurde. Aus dem Brunnen (auch Born genannt) kurbelten die Bornknechte die Sole nach oben.
Auffällig ist die Tracht der Halloren: die Männer tragen einen roten Mantel mit 18 Kugelknöpfen und einen Dreispitz. Als Zeichen einer nicht verheirateten Frau gilt ein Kranz. Die Zugehörigkeit zur Hallorenbrüderschaft wird von Generation zu Generation weiter gegeben.
Als letzten Punkt unserer Führung durften wir ein kleines Säckchen Salz abfüllen.
Zum Schluss bekamen wir in einem festlichen Saal unsere Zeugnisse, die hoffentlich für jeden genauso erfreulich waren, wie die Führung durch das Museum.
Nastasia und Kaisla 6/1

     


Auf Luthers Spuren

Am Morgen des 02.02.2012 traf sich die Klasse 7/4 mit Frau Sinner und Frau Jacobson am Halleschen Hauptbahnhof, um nach Eisleben zu fahren und Luthers Leben zu erkunden. Bei klirrender Kälte mussten wir noch zehn Minuten vom Eisleber Bahnhof aus laufen, bis wir am Geburtshaus des Reformators ankamen und von Frau Bach aufs freundlichste begrüßt wurden. Die erste Station unseres Rundgangs war ein Holzmodell von Eisleben zu Luthers Zeiten, an dem sie uns erzählte, wo zum Beispiel seine Taufkirche oder das Schloss der Fürsten war. Die Museumspädagogin zeigte uns außerdem Kleidung aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, in die einige Außerwählte sogar schlüpfen durften. Somit konnten sie sich in die Rolle der Leute hineinversetzen, die in Luthers Leben eine wichtige Rolle gespielt hatten, wie Luthers Mutter Margarete Luder, so die damals übliche Schreibweise des Namens, oder Luthers Freund Johannes Agricola. Im nächsten Raum erwartete uns eine spannende Animation, welche Luthers Eltern zeigte, wie sie alt und wahrscheinlich jung aussahen. Wir erkundeten das Museum, bis wir schließlich an einer Rekonstruktion von Luthers Haus ankamen. Es gab ein einfach eingerichtetes Esszimmer, an welches ein kleines Schlafzimmer und eine primitive Küche grenzten. Das Schlafzimmer war mit sehr kurzen Betten ausgestattet, denn früher schlief man im Sitzen, weil man dachte, man würde sterben, wenn man sich hinlegt, da die Toten immer lagen und "schliefen".
Auch der Sport kam an diesem Tage völlig unerwartet nicht zu kurz. Prominentenkegeln wie in Luthers Zeiten stand als nächstes auf unserem Plan. Die gedrechselten Pins stellten Luther, seine Gegenspieler Eck, den damaligen Papst, den Kaiser, Philipp Melanchthon und auch Agricola dar.

Aber der Höhepunkt des Tages war die Zubereitung einer Brotzeit, wie sie auch Luther genossen haben könnte. In mühevoller Kleinarbeit schnippelten wir Knoblauch und Petersilie, rührten Kräuterquark und Honigbutter zusammen. Dies alles ließen wir uns dann mit frischem Brot schmecken, nicht ohne dabei an die damaligen Tischsitten zu denken.
Zum Abschluss konnte jeder noch eine eigene Schreibfeder herstellen und ausprobieren wie mühsam das Schreiben mit Tinte damit war.
Also: alles in allem ein gelungener Ausflug in das Zeitalter Luthers.
Johanna Weinberg (7/4)


Holocaust-Gedenktag an der Latina

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der damaligen sowjetischen Armee befreit. Nur noch ca. 7000 Überlebende fanden sie vor... Von nun an hatte das Grauen einen Namen : Auschwitz !!!
Bereits zum 4. Mal gedachte eine Gruppe des Schuljahrganges 11 in einer Gedenkstunde der Opfer des Holocaust. In diesem Jahr aber bereits am Donnerstag, den 26. Januar. In bewegenden Worten und Bildern legten sie ihre Eindrücke zum Aufenthalt in Auschwitz dar. Für alle Teilnehmer steht fest : So etwas darf nie wieder geschehen!

  
  
  

Bereits am Vormittag hatte "Buddy" Elias, der letzte noch lebende Cousin von Anne Frank vor den Schülern und Schülerinnen der 10. und 11. Klassen einen ergreifenden und bewegenden Vortrag im Freylinghausen-Saal gehalten. Unterstützt wurde er dabei von seiner Gattin, die fast 7000 Materialien aus dem Familienbestand der Franks gesichtet hat, um die Familiengeschichte der Franks in einem Buch aufarbeiten zu können. Es war ein beeindruckender Vormittag, der wohl alle lange im Gedächtnis bleiben wird.
In Erinnerung:
Am 27.Januar 2012 starb Kzimierz Smolen, der 35 Jahre als Direktor der Auschwitz- Gedenkstätte tätig war. Er war 1941 einer der ersten Häftlinge im Lager. Noch im hohen Alter von über 90 Jahren kam er fast täglich ins Lager, um jungen Menschen von dieser Zeit zu berichten...
Wir durften ihm zuhören und kennenlernen. Danke.
Heinz Köhler


Die 7/2 in Luthers Heim

Am 8.12.2011 fuhren wir mit dem Zug in die Lutherstadt Wittenberg. Es war der erste und gleichzeitig letzte Ausflug mit unserem Geschichtsreferendar Herrn Kröhnert. Frau Berger begleitete uns dabei.
Die Zugfahrt war sehr lustig. Wir sangen Lieder und erzählten Witze. Endlich in Wittenberg angekommen, versuchte Herr Kröhnert uns zum Lutherhaus zu führen. Doch er verlor leider die Orientierung und Frau Berger übernahm das Kommando. Sie führte uns souverän zum Ziel (Männer und ihre Orientierung).
Wir beschlossen, uns gleich noch die Kirche mit dem Thesenanschlag anzusehen. Doch -Überraschung!- kamen wir an der falschen Kirche an.
Als wir uns durch das Weihnachtsmarktgetümmel gedrängelt hatten, fanden wir endlich die richtige Kirche. Wir sahen sie uns an und diskutierten eine Weile darüber. Danach hatten wir kurz Zeit, über den Weihnachtsmarkt zu schlendern.

Endlich war es soweit, nun konnten wir zum Lutherhaus gehen. Dort angekommen, wurden wir eingewiesen, wie wir unser eigenes "Mittagessen" vorbereiten sollten. Unsere Aufgaben bestanden darin, Kräuter zu hacken sowie Obst, Brot und Gemüse zu schneiden. Butter wurde mit Honig bzw. Kräutern vermischt. Dem bereit gestellten Quark wurden ebenfalls beigemischt Kräuter.
Während des Essens schlossen Frau Berger und Herr Kröhnert eine Wette ab. Unsere Klassenlehrerin meinte, wir würden es schaffen 1 ½ Minuten still zu sein. Unser Referendar war jedoch skeptisch. Diese Skepsis wurde am Anfang bestätigt. Wir brauchten um die neun Anläufe, um Frau Berger diese Freude zu bereiten.
Nachdem wir den Tisch abgeräumt hatten, marschierten wir los, um das Museum zu erkunden. Als erstes sahen wir uns das alte Stadtmodell Wittenbergs an. Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten, liefen wir zum nächsten Regal.

Es war voll mit Reliquien, denen nachgesagt wurde, wenn man sie nur recht verehre, könne man die Zeit im Fegefeuer verkürzen. Unglaublich, dass die Zeitgenossen Luthers so etwas dachten! Nun gingen wir in einen anderen Raum, nahmen uns Sitzkissen und sprachen über den Ablasshandel und begutachteten Münzen, die alle unterschiedlich schwer waren und mit denen man einen Ablassbrief bezahlen konnte. Anschließend sahen wir uns das alte Wohnzimmer von Luther an. Hierin befanden sich rekonstruierte Möbel und Fensterscheiben aus der Reformationszeit. Damit endete der Tag in Wittenberg.

Den Kopf voller neuer Informationen gingen wir zurück zum Bahnhof. Diesmal führte uns Frau Berger von Anfang an, so dass wir den Zug rechtzeitig erwischten. Auf der Rückfahrt alberten wir noch mehr rum als auf der Hinfahrt. Wir glauben, ab und zu hätten uns Frau Berger und Herr Kröhnert nicht kennen wollen.
So endete ein informativer und lustiger Tag. In diesem Sinne wollen wir uns bei unseren nervenstarken Begleitern, Frau Berger und unserem Geschichtsreferendar, bedanken.
Ema Timm und Lucia Mischke, 7/2


Arbeiten wie im Neandertal

Es ist 8.50 Uhr und wir, die Klasse 5/2, sind ziemlich aufgeregt, was uns hinter diesen berühmten Türen erwartet. Doch erst in zehn Minuten öffnet das hallesche Landemuseum für Vorgeschichte. Nur, was macht man in der verbleibenden Zeit? Unsere Geschichtslehrerin Frau Jacobson hatte da schon eine Idee. Sie schoss Fotos von unserer Klasse, da wir uns alle noch lange an diesen Tag erinnern sollten. Als das Fotoshooting beendet war, konnten wir endlich unsere Zeitreise in die Welt der Neandertaler beginnen.

Zuerst wurden wir von einem freundlichen Museumspädagogen durch die Ausstellung zur Altsteinzeit geführt. Dort erfuhren wir z.B., wie die Menschen früher jagten, kämpften und lebten. Wir bestaunten einen riesigen Waldelefanten, einen nachdenklichen Neandertaler, hunderte von Steinzeitwerkzeugen und noch vieles mehr. Dies war der informativste, aber einfachste Teil unseres Tages.

Später hieß es- wie bei den Altsteinzeitmenschen- an die Arbeit! Wir bekamen ein Stück geputztes Ziegenleder, eine Knochenahle, ein Feuersteinmesser und einen Kohlestift. Keiner von uns konnte sich vorstellen, aus so wenigen Materialien eine Tasche herzustellen. Doch natürlich wollten wir es versuchen. Zuerst überlegten wir uns, wie unser Lederbeutel später aussehen sollte und wofür wir ihn verwenden wollten. "Für Handys gar nicht schlecht!", meinten manche. Dann markierten wir mit einem Kohlestift die Stücke, die wir abschneiden wollten. "Abschneiden": als wir das hörten, sahen wir unseren Museumsführer glücklich an.

Wir dachten, jetzt könnten wir endlich mal ein neumodisches Gerät benutzen. Nur leider war es nicht so. Stattdessen mussten wir wie die Neandertaler mit einem Feuersteinmesser arbeiten.
Das war ziemlich schwierig und eigentlich nur zu zweit zu schaffen. Eine Erkenntnis, die auch die Neandertaler schnell gesammelt hatten. Einige brauchten dafür mehr als zwanzig Minuten. Beim nächsten Schritt mussten wir unsere ganze Kraft aufwenden. Mit der Knochenahle versuchten wir an den Rand unseres Lederstückes Löcher zu bohren, durch die wir dann mühsam per Hand ein Bändchen fädelten, um die Tasche "zuzunähen". Die Jungen waren nahe am Verzweifeln und wir wetteten, dass es wahrscheinlich Männer waren, die die ersten Nähnadeln aus Metall fertigten. Als wir diese schwierige Aufgabe erledigt hatten, schmerzten unsere Hände fürchterlich, aber es waren auch viele schöne Taschen zu erblicken. Damit geschmückt, fuhren wir stolz und um vieles Wissen reicher nach Hause.

Wir bedanken uns bei unserer Begleitung Frau Klotz und Frau Jacobson für den schönen Tag.
Rebecca Adler, Helena Czech, Sophia Abd El Rahman, (5/2)


Exkursion zur Gedenkstätte Buchenwald

Am 9.11.2011 stand ein Projekt an, dem wir mit banger Erwartung entgegen sahen. Bei eisiger Kälte und dichtem Nebel fuhren wir morgens um 7:30 mit den Bussen los. Mit der Ankunft gegen 9:30 lichtete sich auch der Nebel. Über den Wolken auf dem Ettersberg erwartete uns blauer Himmel. Nach einer kleinen Stärkung betraten wir das Lager über die Blutstraße. Herr Köhler erklärte uns alles, was wir über das Lager wissen mussten.

Als Erstes besichtigten wir die Dunkelzellen und auch die Todeszelle, in denen viele Häftlinge zu Tode gequält worden waren.
Spätestens beim Gang durch das berühmte Eingangstor überkam uns alle ein mulmiges Gefühl. Der riesige Appellplatz erstreckte sich vor unseren Augen und wir blickten auf die Reste der alten Baracken.

Bei dem Gang über den Platz gelangten wir zu dem Denkmal des Künstlers Horst Hoheisel, das immer auf menschliche Körpertemperatur aufgeheizt wird, um besonders in der kalten Jahreszeit die unmenschlichen Lebensbedingungen zu verdeutlichen. Mit dem nächsten Ort betraten wir den schrecklichsten des gesamten Lagers - das Krematorium. Hier wurde den toten Häftlingen auch noch der letzte Goldzahn gezogen. Der letzte Weg der Toten führte durch den Schornstein des Krematoriums. Der nächste Ort, der uns die Grausamkeit der SS verdeutlichte, war ein Steinkarree, auf dem ein Pfahl zum Erhängen der Häftlinge und ein Steinkarren, mit dem die Häftlinge die Steine vom Steinbruch heranschleppen mussten, standen. Wer konnte, hatte jetzt die Möglichkeit außerhalb des Lagers zu essen. Hunger hatten wir, aber von Appetit konnte man nicht sprechen.
Um 12:30 sahen wir uns dann im Kino der Gedenkstätte einen Film an, der noch einmal alle Grausamkeiten zusammenfasste und von der Befreiung des Lagers berichtete. Aus der Dunkelheit des Kinos traten wir nun wieder in die helle Novembersonne. Zum Schluss besichtigten wir die Ausstellung in der ehemaligen Effektenkammer, wo wir etwas orientierungslos nach neuen Projektinformationen suchten.
Auf der Rückfahrt hing der Eindruck des Tages wie ein dunkler Schleier über uns. Seelisch und körperlich völlig erschöpft kamen wir am späten Nachmittag im kalten und nebligen Halle an. Den Rest des Tages konnte jeder den erlebten Tag für sich verarbeiten.
Es war einer der wenigen Schulausflüge, bei denen wir auf die Frage "Wie wars?" nicht mit "Schön" antworteten…
Sarah Frohriep und Anna Sobbe (10/1)


Kinderbesuch im Hause des Neandertalers

Hallo, ich bin Neander, der Altsteinzeitmensch aus dem berühmten Museum für Vorgeschichte in Halle. Ich möchte euch erzählen, was ich an einem freundlichen Novembertag des Jahres 2011 erlebt habe.
Während ich so auf meinem Plätzchen neben dem riesigen Mammutskelett saß, glaubte ich meinen Ohren nicht zu trauen. Nahte da etwa eine Elefantenherde? Schnell löste sich das Geheimnis, denn eine Horde Schulkinder der Latina kam die Museumstreppen hinaufgestampft. Alle schienen ziemlich aufgeregt, denn heute sollten sie auf anschauliche Weise erfahren, wie wir früher in der Steinzeit lebten.

Während die Museumspädagogin Frau Cohnen, den Kindern davon erzählte, bestaunten diese den primitiven Arbeitsplatz des Homo erectus, den imposanten Altelefanten, den kleinen Höhlenbären, unsere vielfältigen Steinwerkzeuge und cleveren Jagdmethoden sowie die Überreste der kranken Schamanin mit ihrem Kind. Als die Kinder sich alle vor mir postiert hatten, sollten sie sich doch tatsächlich mit mir vergleichen.

Naja, ob meiner nicht vorhandenen Kleidung und kräftigen Figur, mussten schon einige dieser schmächtigen Nachwuchshistoriker lachen, aber über meinen großen Kopf, der ein noch größeres Gehirn als diese kleinen Besucher beherbergte, staunten sie mächtig. Wenn ich nicht so klug gewesen wäre, hätte ich auch nicht so viele Jahrtausende in der erbarmungslosen Eiszeit überleben können. Ob die heutigen Schüler das auch geschafft hätten?

Nachweisen konnten sie ihr Durchhaltevermögen dann beim praktischen Arbeiten. So wie wir es auch gemacht haben, sollten sie nämlich aus einem Stück Speckstein ein Schmuckamulett herstellen. Dazu durften sie wie in der Altsteinzeit nur Sandstein und Feuersteinmesser benutzen. Dass der Bohrer nicht von OBI war, fanden die Kinder auch ziemlich komisch und sie stöhnten fürchterlich, während sie ihr Kunstwerk in mühevoller Kleinarbeit anfertigten. Was für verwöhnte Neuzeit-Exemplare! Naja, jedenfalls haben sie an diesem Tag eine Menge über das Leben der Menschen meiner Zeit gelernt und mir in meinem eintönigen Museumsalltag etwas Abwechslung beschert.

Stolz und geschmückt mit ihren Amuletten verließen sie mit ihrer Geschichtslehrerin Frau Greye mein Museum. Mal sehen, ob sie noch einmal wiederkehren, denn schließlich gibt es hier auch noch ein jungsteinzeitliches Langhaus, die Himmelsscheibe von Nebra und die spektakuläre Pompeji-Ausstellung zu besichtigen. Ich würde mich jedenfalls freuen.
Carline Jacobson (5/3)


Wie arbeiten Archäologen?

Diese Frage wurde den 5. Klassen im Geschichtsunterricht bei Frau Jacobson beantwortet. Anfangs dachten so ziemlich alle, dass die Arbeit der Archäologen nicht sonderlich schwer ist. Aber das stimmt nicht! Die Aufgabe dieser Wissenschaftler ist kein Zuckerschlecken.

Wir erhielten die Aufgabe anhand eines Grabungsplans und eines Fundberichtes eine in der Altsteinzeit zusammengebrochene Höhle zu rekonstruieren. Als erstes bildeten wir Gruppen - dies war die einfachste Aufgabe des ganzen Projektes. Danach sollte jedes Team seinen zugewiesenen Tisch zum Schutz mit Zeitungen bedecken. Dies war auch nicht wirklich schwer, aber jetzt kam schon die erste große Herausforderung auf uns zu.

Anschließend "tapezierten" wir den uns zur Verfügung gestellten Karton mit Küchenrolle. Danach war es unsere Aufgabe, mit dem Cuttermesser den Höhleneingang ausschneiden. Der nächste Schritt zur perfekten Höhle war das Anmalen. Wir dachten, das kann jeder 3-jährige, da lagen wir ziemlich falsch. Nämlich, wer hat schon mal von einer pinkfarbenen Höhle gehört? Die meisten brauchten dafür fast eine Stunde und 30 Minuten. Wir standen alle ziemlich unter Zeitdruck. Manchen Gruppen reichte es irgendwann mit dem Pinsel zu zeichnen, da das viel zu lange dauerte, also nahmen sie die Farbe auf die Hand und malten damit. Aber in einer Höhle lebten doch vor ihrem Einsturz auch Neandertaler, oder?
Das war wahrscheinlich für die meisten die schwerste Aufgabe. Vor allen lagen nun die Fundberichte der Historiker und Blätter mit vielen verschiedenen Figuren darauf. Jetzt war genaues Lesen angesagt, denn nun mussten wir anhand der im Grabungsplan dargestellten Knochen die passenden Neandertaler heraussuchen. Das einzig schwierige daran war, wir wussten nicht, wie viele Figuren richtig waren und welche nicht in die Höhle gehörten. Doch wenn man den Text ein paar Mal durchstreifte, gelang es auch dies herauszufinden. Trotz alledem konnten fast alle die Aufgabe erfolgreich meistern und fertige Höhlen präsentieren.

Dieses Projekt hat trotz des Zeitdrucks und der komplizierten Herausforderung allen Spaß gemacht und gezeigt, dass die Arbeit von Archäologen wirklich kein Kinderspiel ist.
Rebecca Adler und Helena Czech (5/2)




Junge Höhlenforscher in der Otto-Straße

Am 12.10.2011 erlebte unsere Klasse 5/4 einen spannenden Vormittag auf den Spuren von Archäologen und Historikern. In Projektarbeit rekonstruierten wir nämlich anhand eines Grabungsplanes und Fundberichtes aus einfachen Kartons das Leben in einer Höhle, die vor 40.000 Jahren - also in der Altsteinzeit - eingestürzt sein soll.
Und das ging so:
Zunächst hatten wir fünf Arbeitsgruppen gebildet, die vorab Farben, Natur- und Arbeitsmaterialien besorgten. Nachdem wir die Aufgabenstellungen besprochen hatten, gestalteten wir die noch langweiligen Kartons in mühevoller Arbeit mit Küchenrolle und ganz viel Farbe zu Höhlen um. Anschließend studierten wir noch einmal Grabungsplan und Fundbericht, um herauszufinden, welche Figuren des Ausschneidebogens tatsächlich in der später eingestürzten Höhle gehaust hatten. Das war ganz schön schwierig und die Köpfe der Junghistoriker rauchten, schließlich hatten die Archäologen in ihrem Fundbericht z.B. ausgewiesen, unter anderem Skelettteile mit zwei Köpfen und mehreren Armen und Beinen gefunden zu haben. Letztlich mussten die Figuren ausgeschnitten, bemalt und an den richtigen Stellen in der Höhle postiert sowie mit einem Elefanten sogar noch eine Höhlenmalerei angebracht werden. Völlig fertig und mit ganz neuen Erfahrungen präsentierten die Forscher ihre Ergebnisse nach vier Stunden Arbeitszeit dem neugierigen Fotografen, bevor sie die Höhlen der anderen besichtigten und bewerteten. Die besten Exemplare konnten dann zum Tag der offenen Tür bestaunt werden.

Dieser Geschichtsunterricht hat uns - auch wenn er sehr anstrengend war - total viel Spaß gemacht. Wir möchten uns ganz herzlich bei Frau Jacobson bedanken, die den Projekttag organisierte und uns immer mit Rat und Tat zur Seite stand.
Hannah Behringer, Vanessa Körner


Bildungsreise Krakau/Auschwitz
vom 10.10. bis 15.10.2011

Mit großen Erwartungen machte sich am Montag vor den Oktoberferien um 6:15 eine Gruppe von Schülern des Elisabeth-Gymnasiums und unserer Schule, je zwei Lehrern (von der Latina begleiteten uns Frau Urbach und Herr Kirzeder) und Herrn Paulsen von der Heinrich-Böll-Stiftung vom Busbahnhof nach Krakau (poln. Kraków) auf, um in der folgenden Woche die polnische Stadt Krakau, vor allem aber auch die Konzentrationslager Auschwitz I und Auschwitz II - Birkenau zu besichtigen.
Nach einer zehnstündigen Busfahrt nach Polen, während der wir mit dem Film "Schindlers Liste" thematisch an das sensible Thema "Holocaust" herangeführt wurden, erreichten wir Krakau und nach weiteren anderthalb Stunden Stadtverkehr unser Hotel. Herr Paulsen führte uns noch in die Innenstadt Krakaus, wo wir Geld wechseln und die Stadt selbst erkunden konnten.
Der Dienstag folgte nun als der Tag mit gemischten und verschiedensten Gefühlen. Zuerst stand die Besichtigung Krakaus auf der Tagesordnung. Von zwei Fremdenführerinnen erfuhren wir, dass Krakau als kulturellste Stadt Polens gilt und früher sogar Hauptstadt war. Als Zeichen früherer Hochzeiten gilt der Wawel, eine Burganlage mit ehemaligem Königsschloss und der Wawel-Kathedrale, in der unter anderem die berühmte Königin Hedwig von Polen bestattet wurde. Beim Rundgang über den Wawel und über den Marktplatz konnten wir viele Eindrücke der lebendigen Stadt Krakau gewinnen. Krakau ist mit 160.000 Studenten eine Universitätsstadt und so besuchten wir auch die Universität, in der einst Nikolaus Kopernikus studierte und in der liebevoll viermal am Tag das uns aus dem Lateinunterricht bekannte Studentenlied "Gaudeamus Igitur/Lasst uns des Lebens freuen" gespielt wird.

Nachdem uns die Zeit gegeben wurde, eine authentische polnische Mittagsmahlzeit aufzutreiben (die sich bei den meisten in Cheeseburgern oder Pizza ausdrückte), fuhren wir mit dem Bus zum Konzentrationslagerkomplex. Unsere Gruppe teilte sich auf und zwei deutschsprachige Führerinnen begannen, uns sehr neutral den Aufbau, den Zweck, die Lebensbedingungen und die Arbeit im Stammlager Auschwitz I zu erklären.

Wie jeder wissen sollte, gilt Auschwitz als Symbol für den Holocaust des Dritten Reiches, die Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden, von Hunderttausenden Zigeunern, aber auch für die Liquidierung von Millionen Kriegsgefangenen, Tausenden Behinderten, Homosexuellen und politischen Gegnern. Allein das Vernichtungslager Auschwitz mit dem bekannten und verhöhnenden Spruch "Arbeit macht frei" über dem Eingangstor forderte 1,1 Millionen Opfer durch Vergasung, Erschöpfung oder willkürliche Bestrafungen. Und je mehr eindringliche Geschichten von Opfern, je mehr Überreste von Getöteten (Haare, Bürsten, Holzbeine), je länger wir die Gefängnisse und den Hinrichtungsplatz besichtigten, desto mulmiger wurde uns und desto mehr wurden wir uns über die hier begangenen Gräueltaten im klaren.
Am Mittwoch stand Auschwitz-Birkenau auf dem Programm, wo wir die noch schlimmeren Lebensbedingungen der arbeitenden Häftlinge kennenlernten, die Gleise und die Rampe betraten, auf der die Häftlinge ausgeladen und von SS-Ärzten entweder zum Arbeiten ausgewählt oder zur schnellstmöglichen Vernichtung in die Gaskammern geschickt wurden. Das niederträchtige beim Letzteren war, dass den Häftlingen gesagt wurde, sie würden nur unter eine desinfizierende Dusche gestellt werden, wobei sie in Wirklichkeit kein Wasser oder Desinfektionsmittel erwartete, sondern Zyklon B. Auch die Ruinen der Krematorien (die SS versuchte, das Lager unmittelbar vor der russischen Befreiung zu zerstören) besichtigten wir. Von der immensen Größe des Lagers beeindruckt, beendeten wir unseren Rundgang mit der Besichtigung einer Ausstellung, in der unter anderem zurückgelassene Bilder von Häftlingen gezeigt wurden. Am Ende des Tages war die Kranzniederlegung: Beide Schulen legten einen Kranz vor dem Mahnmal unmittelbar innerhalb des Lagers nieder. Begleitet von einem durch die Schüler organisierten Programm, welches Lieder, selbstgeschriebene Gedichte, sowie eine kurze Lesung beinhaltete. Auf Initiative des Elisabeth-Gymnasiums band noch jeder eine Rose an einen Faden, den wir um die deutsche Gedenktafel legten. Bis zur Busfahrt herrschte größtenteils Schweigen. Auf dem Weg zum Bus erschien ein Regenbogen direkt über dem Lager.
Am Donnerstag hatten wir freie Zeit in Auschwitz I zur Verfügung, um uns die verschiedenen Länderausstellungen, die das Schicksal des jeweiligen Landes und der Opfer des Landes in der NS-Zeit thematisierten, anzuschauen. Danach bekamen wir die Chance, uns Archivmaterial über Einlieferungen, Todesursachen, Hinrichtungen, Arbeiter, Haushalt etc. anzusehen. Besonders erschreckend war festzustellen, mit welcher Akribie die Akten geführt, die Briefe zensiert und die Häftlinge beschrieben wurden. Uns wurde des weiteren erklärt, wie man mithilfe des Datums der Deportation auf ein mögliches Todesdatum schließen kann und ein mancher suchte in den endlos anmutenden Listen nach bekannten Personen oder Familienangehörigen. Der Höhepunkt des Tages war allerdings das Zeitzeugengespräch mit dem 91-jährigen Kazimierz Smolen, der eine Stunde lang seine persönliche Erfahrungsgeschichte in Auschwitz erzählte und dann sehr ausführlich unsere Fragen beantwortete. Wir verließen den Lagerkomplex Auschwitz zum letzten Mal.
Der Freitag stand unter dem Motto: "Auf Schindlers Spuren". So wurden wir durch das jüdische Viertel Krakaus ("Kazimierz" )geführt und durften die Alte Synagoge, die im 13. Jhd erbaut und nun zum Museum umfunktioniert wurde, betreten und besichtigen. Der letzte Punkt auf der Tagesordnung war der Besuch des Schindler Museums, welches uns durch moderne Raumgestaltung und authentische Fallbeispiele das Schicksal der Stadt während der NS-Zeit eindrucksvoll vor Augen führte.
Die letzten sieben Stunden bis zur Abfahrt konnten frei gestaltet werden. Eine Handvoll mutiger Schüler machten sich allerdings noch mit Frau Urbach, Herrn Kirzeder und Herrn Paulsen auf, das KZ Plaszow zu besichtigen, welches nahe an der Innenstadt liegt und dadurch bekannt ist, dass die Arbeiter Oskar Schindlers dort arbeiteten. Im Gegensatz zu den anderen Lagern, befindet sich dort keine Gedenkstätte und man wird nur durch Schilder und ein Mahnmal auf die Vergangenheit dieses Berges hingewiesen. Die Gruppe suchte das letztes vorhandenes Grab und stieg zum Mahnmal auf.
Auf der verbleibenden Busfahrt waren viele noch immer in Gedanken mit Krakau oder Auschwitz beschäftigt, viele schliefen allerdings. Kein Wunder, denn es lag eine hochinteressante Woche hinter uns, die uns allen im Gedächtnis bleiben wird, und das ist auch gut so, denn: "Auschwitz darf man nicht vergessen."

Alexander Knierim


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